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Call for Paper für das kommende Heft

»Update erforderlich: Demokratie & Sicherheit«

Die sicherheitspolitische Debatte in den westlichen Demokratien ist in den letzten Jahren nicht zuletzt durch das Erstarken populistischer Kräfte hitziger geworden. Ob Trumps »America First« oder die vermehrte Forderung nach dem Ende von Auslandseinsätzen der Bundeswehr: an Kritik der bestehenden Praxis mangelt es nicht. Dazu kommen Terroranschläge und die Verhängung von Ausnahmezuständen sowie der immer stärkere Ausbau von Überwachungsmaßnahmen – Maßnahmen, die die Frage aufwerfen, wie Gesellschaft und Staat künftig mit dem Spannungsfeld Freiheit vs. Sicherheit umgehen wollen. Hinzu kommen alternative Fakten und Minderheiten, die sich selbst als Mehrheit betrachten und damit demokratischen Strukturen gefährden. Aber wie wichtig sind überhaupt die Stimmen aus der Bevölkerung in einem Politikfeld, in dem Entscheidungen traditionell von wenigen Akteuren meist hinter verschlossenen Türen getroffen werden? Wie wird Sicherheitspolitik in Demokratien gestaltet? Und welchen Einfluss haben Medien und andere öffentliche Organisationen?

Global betrachtet gibt es eigentlich gute Nachrichten: Zwischenstaatliche Konflikte nehmen ab, die Zahl an Demokratien weltweit nimmt zu, und Kants Idee vom Demokratischen Frieden, nach der Demokratien keine Kriege gegeneinander führen, darf als ein Gesetz in der internationalen Politikforschung gelten. Doch was ist mit Kriegen gegen Nichtdemokratien? Und wie ist es um Freiheit und Sicherheit in den neuen Demokratien bestellt?

Dabei lohnt sich auch der Blick nach Außen: Der Arabische Frühling hat uns vor Augen geführt, dass oft mit zweierlei Maß gemessen wird, wenn es um Kooperation oder Konfrontation mit Autokratien geht. Wann werden Autokratien unterstützt, wann steht man Demokratisierungstendenzen bei? Welche Rolle spielen bei außenpolitischen Maßnahmen die eigenen Sicherheitsinteressen?

Die Frage nach Demokratie und Sicherheit kommt auch bei der politischen und finanziellen Unterstützung junger fragiler Demokratien auf. Dabei steht die Entwicklungszusammenarbeit immer wieder vor der Frage, ob Stabilität und Sicherheit zuerst aufgebaut werden oder ob ein demokratisches Grundgerüst zuerst vorhanden sein muss. Demokratische Strukturen spielen seit der Bush-Doktrin eine wichtige Rolle beim »state-building«. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben jedoch ein gemischtes Bild abgegeben. Daher stellt sich die Frage nach der Umsetzbarkeit dieser Norm und ferner, welche Aktualität der »Demokratische Frieden« in der heutigen Welt noch hat.

Diese und weitere Fragen wollen wir im kommenden Heft gern mit Euch bearbeiten.

Der kommende ADLAS-Schwerpunkt bietet Euch daher die Möglichkeit, rund um das Thema »Demokratie und Sicherheit« einen Artikel zu verfassen oder ein spannendes Interview zu führen.

Interesse? Dann meldet Euch bei uns!

Einige Anregungen zu möglichen Themen:

»Young and Secure?« Security Sector Reform in jungen Demokratien

»Wo fangen wir bloß an?«: Demokratisierung vs. Stabilisierung in Krisenregionen

»Regieren im Ausnahmezustand« Notstandsgesetze in Demokratien

»Parliamentary Peace?« Manchen Parlamentsvorbehalte Staaten friedlicher?

»Sicherheit um jeden Preis?« Autoritäre Staaten als Sicherheitsprovider

»Ein bisschen ertüchtigen« Aufbau von Polizei und Sicherheitskräften in fragilen Staaten

»Big Brother is watching you« Überwachung und Freiheitsrechte

» Eine deutsche Besonderheit« Parlamentsarmee vs. Europäische Armee

»How to: Be safe« Gestaltung von Sicherheitspolitik in Demokratien

»Keep calm and Carry on« Der Umgang mit Terrorismus in Demokratien

»Deep and dark« Demokratie und Rechtsstaatlichkeit im Internet

»Alle macht dem Staat?« Gewaltmonopol in Demokratien

»Bring the GIs home!« Öffentliche Meinung und Sicherheitspolitik

»Democratic Peace« Theorie und Wirklichkeit eines Konzeptes

»False Consensus Beliefs« Wir sind die Mehrheit! Oder doch nicht?

»Fischen am rechten Rand« Populismus als Gefahr für die innere Sicherheit

 

INTERESSE?

Wenn Ihr Euch von den Themenvorschlägen angesprochen oder herausgefordert fühlt, oder ein eigenes Thema entwickeln möchtet, dann meldet Euch bitte so früh wie möglich unter adlas@sicherheitspolitik.de bei uns. So können wir Dopplungen vermeiden und Euch mit weiteren Ideen unterstützen. Ihr habt Interesse, aber noch keine Erfahrung im essayistischen und journalistischen Schreiben? Kein Problem. Unsere engagierten Redakteurinnen und Redakteure stehen Euch jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Wenn Ihr außerdem noch Mitstudierende kennt, die Lust und Zeit haben, auch einmal einen ADLAS-Beitrag zu schreiben, leitet diese Ausschreibung gerne weiter.

UMFANG

Der Umfang Eures Beitrags sollte bei mindestens 4.000 Zeichen liegen und 10.000 Zeichen nicht überschreiten (jeweils inklusive Leerzeichen).

REDAKTIONSSCHLUSS

Deadline für das Einreichen der Beiträge ist der 22.08.2018.

REDAKTIONSPROZESS

Für die jungen wissenschaftlich Schreibenden unter Euch wird unser Redaktionsprozess etwas Neues sein. Wir prüfen Eure Texte auf Inhalt, Sprache und Stil – wobei der Inhalt das Entscheidende ist, im ADLAS veröffentlich zu werden; an Sprache und Stil feilen wir zusammen mit Euch. Das heißt auch, dass in der Regel die Textarbeit mit dem Redaktionsschluss noch nicht abgeschlossen ist. Wir empfehlen Euch, unsere Autorenhinweise und Schreibtipps in Ruhe zu lesen (die bekommt Ihr nach Kontaktaufnahme von uns). Sie erklären Euch die Methoden, die wir mit Euch anwenden wollen, damit Eure Beiträge auch bei möglichst vielen Leserinnen und Lesern Beachtung finden. Dieser Prozess dauert seine Zeit, lohnt die Mühe aber für beide Seiten.

KONTAKT

Unter adlas@sicherheitspolitik.de steht Euch das Redaktionsteam für Nachfragen oder weitere Auskünfte immer gern zur Verfügung.

Mit vielen Grüßen Eure ADLAS-Redaktion!